Test für Hochspannungsbeeinflussung
Für den sicheren und störungsfreien Einsatz an Hochspannungsleitungen wurde der Quadrokopter im Hoschspannungslaboratorium der TU Dresden auf „Herz und Nieren“ unter Hochspannungseinfluß bis 380 kV getestet. Bei der Überprüfung der technischen Anlagen von Hochspannungsfreileitungen soll der Quadrokopter eingesetzt werden. Hierfür ist es notwendig, möglichst nah an die Freileitungen und Masten heran zu fliegen, um auch kleinste Beschädigungen an Isolatoren, Seilen und weiteren Bauelementen feststellen zu können.
Für den sicheren Flug ist es unabdingbar, dass alle Navigations- und Steuerungssysteme einwandfrei und zuverlässig arbeiten. Der Quadrokopter ist hierfür mit mehreren unabhängig von einander arbeitenden Sensoren ausgestattet: GPS, Barometer, Magnetometer und einer Inertialmesseinheit. Für die Bodenkontrolle werden alle relevanten Telemetriedaten an die Bodenkontrolleinheit mittels Funk übertragen, wie auch die Livebilder der Kamera oder der Videokamera. Auch diese Datenstrecken müssen jederzeit störungsfrei funktionieren.
Im Hochspannungslaboratorium der TU Dresden wurde eine Testumgebung zur Untersuchung der Annäherung des Quadrokopters an eine Hochspannungsfreileitung aufgebaut. Der Quadrokopter wurde hierzu in ca. 5 m Höhe auf eine fahrbare Plattform montiert, die beginnend mit einem Abstand von 10 m an den Bündelleiter einer 380 kV Doppel-Hängekette geschoben wurde. Der geringste Abstand betrug 3 m. Mit diesem praxisnahen Versuchsaufbau wurde die Beeinflussung durch die elektrische Feldstärke auf alle Sensoren und Steuerungsfunktionen getestet.
In einem weiteren Versuchsaufbau wurde anschließend die Beeinflussung durch die magnetische Feldstärke getestet.
Das erfreuliche Ergebnisse: alle Systeme arbeiten einwandfrei. Hiermit wurde eine wesentliche Voraussetzung für den sicheren und zuverlässigen Einsatz des Quadrokopters bei den Instandhaltungsprozessen von Hochspannungsfreileitungen erfüllt.